30.12.2011

Prosit 2012

Klee © Sistlau 2011
Ein Stück vom Paradies
Der 31. Dezember ist der letzte Tag im Jahr - zumindest seit 1582. Silvester heißt der Tag nach Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 starb. Er war der erste Papst, der nicht das Martyrium erlitt. Die Märchen um seine Heilung und Taufe von Kaiser Konstantin fallen unter die Kategorie "exzellente Verkaufsgespräche" und sowohl bei der Reichssynode in Arles als auch beim Konzil von Nicaea hat er sich gedrückt. Für eine Heiligsprechung hat es natürlich auch bei ihm gereicht. Seither ist er für die Haustiere und gute Futterernte zuständig - Aufgaben die sich zuvor mehre römische Götter teilten.

Dass sich der vierblättrige Klee zum Jahreswechsel so großer Beliebtheit erfreut, ist auf eine andere Story zurückzuführen. Eva, ja genau jene, der immer die Sache mit dem Apfel - ein fataler Übersetzungsfehler lange vor Google-Translator - nachgetragen wird, soll auch hier verantwortlich sein. Angeblich nahm sie den Glücksklee - also weder das Böse noch den Apfel - aus dem Paradies mit. Wer seither ein solches Blatt besitzt, besitzt dadurch ein Stück vom Paradies. Nun fragt sich doch, was hat eigentlich der apfelessende Adam eigentlich Paradiesisches - außer dem schneewittchenhafte Adamsapfel im Hals - mitgebracht? Nicht einmal Eva! Der ist er damals wie heute einfach nur hinterhergelaufen ...

Prosit 2012!

22.12.2011

Weihnachten

Winterhilfswerk 1938 © Sistlau 2011
 Winterhilfswerk - Kriegsweihnacht
Mit unserem Christbaumschmuck kann man rund 100 Jahre Weihnachten rekonstruieren. Glaskugeln, Kerzenhalter, säuberlich sortierte echte Lamettabündel, goldene Nüsse, Strohsterne, Glöckchen, Spitzensterne und neben vielen anderem Schnickschnack auch kleine Holzfiguren. Nicht die heute üblichen dreidimensionalen Engelchen, Schlitten oder Weihnachtsbäume, sondern kleine Laubsägearbeiten.
Auf dem Flohmarkt kam ich iher Bedeutung zufällig auf die Spur. Die Märchenfiguren waren quasi die "Spendenbelege" des Winterhilfswerks von 1938 - also aus dem ersten Winter nach dem Anschluss Österreichs. Kein Wunder, dass die Figuren nach dem Krieg keinen Weihnachtsbaum mehr zierten, immer tiefer in die Kiste und fast in die Vergessenheit rutschten.

Diese Weihnachten sollen die Fotos der Figuren an jene Finsternis erinnern, deren braune Hasswolken wieder beginnen über Europa aufzuquellen.

Allen Menschen eine friedvolle und tolerante Weihnacht!

15.12.2011

Bonus für Kreative

 Künstler.Leben am Wolfgangsee
Geld allein - ist für Kreative wie Salz ohne Suppe. Salz ist ungenießbar, während Suppe nur heiße Flüssigkeit sein kann. Erst gemeinsam sind Salz und Suppe ebenso wohlschmeckend wie nahrhaft.

Salz allein - ist für Kreative wie Geld ohne Anerkennung. Ein Schulterklopfer zahlt nicht die Miete, während Geld schmeckt wie Regensuppe von der Traufe.

Kreativität mag Egokrauler und Seelenschmeichler. Erst gemeinsam machen daher faire Bezahlung und freundliche Anerkennung Projektsuppen zu Eventmenüs.

Eventmenüs zahlen sich für den Auftraggeber aus, sie haben beim Team den Gerne-wieder-und-mit vollem Einsatz-Effekt!

11.12.2011

reibungslos ...

kein Winterdienst © Sistlau
schlage nach bei Duden: Winterdienst
Wenn der Winterdienst einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs auf öffentlichen Straßen bei Eis und Schnee gewährleistet, wäre es eigenlich besser, keinen Winterdienst - also reibungsvollen Ablauf - zu haben.

08.12.2011

Verträglichkeit

title="Sessel
Österreich: Sessel = Stuhl Fauteuil = Sessel
 Noch Verträglichkeitsfragen? 

Sessel © RoStroh
Plastikschalenguss ...


07.12.2011

SOS - Österreichische Akademie der Wissenschaften

Zeit fließt  - zurück
Wer hat an der Uhr gedreht, ist es schon zu spät?

SOS ÖAW Blog

Aktionstag
Rettet die Österreichische Akademie der Wissenschaften
19. Dezember 2011
10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz

30.11.2011

Schule 1855 - Schule 2011

20. Februar 1855, 1. Semster 5. Klasse K. k. Gymnasium (Graz)
Verbalbeurteilungen im Schulsystem sind so 1855 ...

Religion an erster Stelle, gefolgt von Latein, Griechisch, Geschichte/Geografie, Mathematik, Naturwissenschaften und zuletzt Deutsche Sprache sind hier gelistet. Falls die Reihenfolge auch eine Wertigkeit bedeutet, hat sich - bezogen auf die Pisa-Ergebnisse - wenig in Bezug auf "Deutsche Sprache" geändert. Andererseits durfte man damals - weitgehend - schreiben, wie man wollte: Mathematik vorzüglich sowol im Verständniß als auch in der Anwendung 

Gymnasien boten früher eine viel bessere Ausbildung?!

Englisch und Französisch blieben fremde Sprachen - zumindest im schulischen Rahmen. Kulturfächer wie Musik und Kunst waren ebenso wie das Körperfach Sport oder die Handwerksausbildung Handarbeiten/Werken - von den unzähligen Freifächern, Berufspraktika und Fachbereichsarbeiten ganz zu schweigen - im Lehrplan nicht vorhanden. Dass 1855 Sozialkunde/Politische Bildung, Psychologie/Philosophie und EDV noch keine Themen waren, ist nachvollziehbar.

Schule heute: politisches (Wahl-)Vehikel mit Lehrerbashing.

Was gibt es wirklich für Probleme beim Erwerb von Grundkompetenzen (Grundschule), bei Vertiefung der Grund- und Erweiterung auf Kernkompetenzen (Pflichtschule), beim Kompetenzenausbau auf Allgemeinbildungs- und Wissenschaftsbasis (Gymnasium)? Am vorhandenen Angebot kann es wohl nicht (alleine) liegen.

26.11.2011

Bildungsinitiative ≠ Bibliotheksvernichtung


Die systematische Vernichtung von Bibliotheken ist ein europäischer Flächenbrand, der dazu führen wird, dass das späte 20. und beginnende 21. Jahrhundert als verlorenes Gedächtnis in die Geschichte eingeht.

25.11.2011

Darth Rauchfang

Darth Rauchfang © Sistlau 2009
Über den Dächern von Blois (Frankreich)
Ritter sind seit dem Mittelalter "in".
Darth Vader ist ein Dauerbrenner des 20. Jhs.
Und französische Dachdecker/Schornsteinfeger haben auch keine Lust erwachsen zu werden.

23.11.2011

14.11.2011

Autowasch ≠ Autokorrekt

Auto waschen im Autowasch © Sistlau
Autowasch ≠ Autokorrekt
Wer Autokorrektur für ideal hält, (er)kennt den Unterschied zu gutem Korrektorat nicht.

Wer alles klaubt, der findet Karl Lauer: Der Radschlag fiel und viel Ratschlag wurde gegeben.

11.11.2011

Wasserlinsenherz

Wasserlinsenherz © Ranseder

Nicht in toten Marmor meißle ich mein Herz, 
trägt es doch Wasser schwerelos durch die Ewigkeit.

08.11.2011

Austria | Australia

Australia ©Sistlau 2011
Neulich aus Australien
Buchpakete, die aus den USA nach Austria (Europa) gesendet werden ...

07.11.2011

Freikarte: Bordell

Bordellfreikarte © Sistlau
Wer's glaubt ...
Wäre es wahr, gäbe es eine rote Karte.
Wäre es wahr, wäre es unsozial.
Wäre es wahr, wäre es Zuhälterei.
Wäre es wahr, wäre in der Dienstzeit (Mo-Fr 9-15 Uhr) keinER im Büro.
Wäre es wahr, wäre kein einziger Schein im Tierschutzhaus gelandet.

06.11.2011

02.11.2011

30.10.2011

Denglisch

1070 Wien ©Rostroh 2011
MQ Wien
Hier wird das exklusive Werberecht an diesem Standort verteidigt. Dafür eine Mixtur aus Deutsch und Englisch zu verwenden, ist eher zum Fremdschämen.

27.10.2011

Easy-to-Read = Leichte Sprache (Layout)

Easy-to-Read (EU-Logo)
download 
Leichte Gestaltung ermöglicht Leichtes Lesen und Leichtes Verstehen.
Siehe dazu auch Easy-to-Read (allgemein).

Das Auge soll nicht durch Unwesentliches abgelenkt werden. Dekoration trägt nicht zum Verständnis bei. Je voller die Seite wirkt, desto weniger Leseluslust weckt sie.
Weniger ist mehr und langweilig besser.

Für eine Seite im Format Din A4 muss man seine Seh- und Lesegewohnheiten vernachlässigen. Und nicht vergessen: Kopierbar soll es sein!

Die Basis lautet: wenig, einfachübersichtlich und be-"greifbar"!

Finden ohne zu suchen
  1. Schreiben Sie schwarz auf weiß.
  2. Lassen Sie ausreichend Weißraum.
  3. Verwenden Sie immer gleichbleibende, klare Strukturen.
  4. Schaffen Sie optische Fixpunkte.
  5. Schreiben Sie nur eine Seite.
Material
Festes Papier (ab 80 g) und leichter Karton mit heller, matter Oberfläche eignet sich am besten.
Transparentes und dünnes Papier (unter 80 g) mit dunkler, glänzender und/oder gemusterte Oberfläche und/oder Wasserzeichen ist ungeeignet.

Bebilderung
Egal ob Foto oder Zeichnung wichtig ist, dass sie scharf, kontrastreich und informativ sind. Piktogramme sollten gut eingeführt und allgemein bekannt sein.

Schrift
Gut lesbar soll es sein. Die Schrift muss daher mind. 14pt groß, eine Sans Serife ("schnörkelfrei" wie z. B. Arial, Verdana, Helvetica) sein und normale Laufweite haben. Geschrieben wird in Normalschrift.
Schmale, zarte Serifen (Times, Georgia), die wenig kontrastreich sind und zu enge oder zu große Laufweiten (schmal/g e s p e r r t) haben sind ungeeignet. GROSSBUCHSTABEN oder Kapitälchen sind also keine großen Buchstaben. Sie erschweren das Lesen enorm - genauso wie Kursivschrift. Hoch- und Tiefstellen von Zahlen und Buchstaben vermeiden und z. B. die Quadratmeter ausschreiben

Ausrichtung
Immer linksbündig schreiben und Flattersatz verwenden. Ein Zeilenabstand von 1,5 Zeilen ist optimal.
Blocksatz macht das Lesen nicht einfacher. Blocksatz wird durch schmale und gesperrte Laufweiten der Buchstaben sowie größere und kleiner Abstände zwischen den Wörtern "erzwungen". Laufweiten, die das Auge eines Wenig- oder Schlechtlesers Wörter schwerer erfassen lassen.
Rechtsbündig erschwert es, den Zeilenanfang zu finden.
Zentrieren macht Lesen auch nicht einfacher.
Das Schreiben in Spalten kürzt Zeilen aber keine Sätze. Spalten machen es schwerer, Sinnzusammenhänge zu verfolgen.

Gliederung
Der Text muss gut gegliedert sein. Siehe dazu auch Easy-to-Read (allgemein).
  1. Bringen sie den Inhalt in eine logische Reihenfolge.
  2. Reihen Sie das Wichtigste zuerst.
  3. Eine Information pro Satz.
  4. Ein Satz pro Zeile.
  5. Ein Absatz pro Informationsblock.
  6. Eine Überschriftenebene.

Markieren
Optische Gliederung kann durch Kontrast erfolgen: fett, Schriftfarbe oder unterlegt. Aufzählungspunkte oder eingerahmte Textteile können hilfreich sein. Solange alles davon sparsam eingesetzt und für die wichtigste Information eingesetzt wird. Kopierbar soll es natürlich auch sein.

26.10.2011

Frankfurter | Wiener

1070 Wien © Sistlau 2011 
Frankfurter Wiener Würstchen | Wiener Frankfurter Würstchen
A-1070 Wien, Kaiserstraße 99

Die ultimative Wahrheit über Frankfurter Würstchen, die eigentlich Wiener Würstchen sind, die wiederum von einem Frankfurter in Wien erfunden wurden.

So oder so, ist sowieso alles Brühwurst.

22.10.2011

Stolperstein: Straßenname 2


Behördenfehler können amtlich werden
Kürzlich wurde genau in Stolperstein: Straßenname erklärt, wie Straßennamen korrekt geschrieben werden.

Nachdem es nicht einmal die Stadtverwaltung auf die Reihe bekommt, warum sollte man das eigentlich von anderen erwarten? Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die verantwortlichen Stellen wenigsten an der richtigen Straßenkreuzung Gleisbauarbeiten durchführen. Amtlich ist die Umbenennung der Kaiserstraße in Kaiser Straße dadurch aber nicht geworden.

Wer es wissen muss: Vom 24. Oktober bis 4. November 2011 wird diese Kreuzung im 7. Wiener Gemeindebezirk aufgerissen.

21.10.2011

Netzwerk: texttreff.de

Wortstarke Fachfrauen tauschen sich via texttreff.de aus. Das Netzwerk besteht seit 2001 und ist professionell schreibenden Frauen vorbehalten. Autorinnen, Lektorinnen, PR-Spezialistinnen, Werbetexterinnen, Journalistinnen, Übersetzerinnen finden hier Möglichkeiten, brandaktuelle Themen zur Diskussion zu stellen. Im geschlossenen Mitgliederbereich der Textinen werden Fragen diskutiert und beantwortet. Reale Treffen sorgen dafür, dass aus virtuellen Kontakten berufliche Kooperationen entstehen und private Freundschaften geschlossen werden.

Das exzellente Ergebnis einer Kooperation ist das Handbuch für Freie in Medienberufen Treffpunkt Text. Ein Fachbuch, das sich auch an männliche Schreibprofis richtet. (Rezension)

Textfrauen klicken hier, um sich im texttreff.de anzumelden.

20.10.2011

Wolfswechsel




Besser geht's nicht: Leitsystem zur Sonderausstellung "Wölfe" (7. Mai - 25. September '11) hinter dem Haupthaus des Senckenberg Museums.

17.10.2011

Netzwerk: BücherFrauen

BücherFrauen ©Sistlau 2010
BücherFrauen e.V. (WiP) 
Die BücherFrauen haben sich in Deutschland bereits 1990 zusammengeschlossen. Vorbild war die englische Vereinigung  Women in Publishing (WiP) und tatsächlich finden sich weltweit mehr und mehr BuchFrauen, die sich zusammenschließen. Die Ansprechpartnerinnen der nationalen Organisationen sind auf der Website der deutschen BücherFrauen gelistet.

Alle Frauen, die in der Buchbranche tätig sind, finden ind den BücherFrauen eine einzigartiges Netzwerk, das sich um Anliegen und Interessen von BuchFrauen kümmert. Von Akademie über Mentoring und Projekte bis Web reicht das Angebot.

Übrigens die BuchFrau des Jahres 2011 ist Britta Jürgs, die Verlegerin des AvivA Verlags.

16.10.2011

Knappdanebendomain


"k" schmerzlich vermisst
Franckfurt und  Frangfurt waren wohl auch schon vergeben? Da wäre das hessisch klingende "Frankford" noch besser gewesen.

13.10.2011

Wortweide

weidende Wörter
WortfanatikerInnen, Sprachaffine und alle, die aus der Mode gekommene Wörter suchen oder unter natürlichen Wörterschutz stellen wollen, sei die Wortweide empfohlen. Hier dürfen eigene Wörter auf grüne Auen gestellt und fremde Wörter als Pate genommen werden.

Ein Spiel wider Wörterverlust und Sprachverarmung zu dem Wibke Ladwig am Hot Spot "Digital Relations" der Frankfurter Buchmesse 2011 jene einlud, die es tatsächlich noch nicht kannten.

08.10.2011

Imbiss-Tube?

Ein Fehler pro Wort? Heftig!
Deppenapostroph bleibt Deppenapostroph  - sogar für die Isabellas dieser Welt.

Nicht einmal das fehlende "s" der "Imbisstube" kann man dem Wechsel zur neuen Rechtschreibung in die Dude(n)-Schuhe schieben.

Imbiss-Tube oder doch Imbissstube ist die ultimative Frage ...

Hoffentlich sind die dort servierten Ohnmachtshappen besser als die Tube vermuten lässt. 

07.10.2011

Oktoberfest für Dreckfuhler

Auf einer (!) Seite des Oktoberfestes der Publikationsbranche gefunden.

Beim Korrektorat zu sparen, ist eine schlechte Idee.

06.10.2011

Von Spatzen und Champions

Knapp daneben - auch daneben
Schade, es gibt nur Spetzle!
Ich hätte so einen Hunger auf Tartaren-Champions mit Gemüseghul gehabt ...

05.10.2011

Musenküsse aus dem Schuhkarton

Musenküsse ©Sistlau 2011
Musenküsse vom Flohmarkt
des Wiener Tierschutzhauses
Schreibblockaden lassen sich auf vielfältige Weise aufheben. Manche schwören auf eine entspannende Tasse Tee, andere setzen passend zum Thema auf multisensorische Reize (Düfte, Farben etc.).

Ich bevorzuge Flohmärkte. Sie sind wie Basare für in obskuren Objekten versteckte Geschichten. Sie bieten Einblicke in das Leben unbekannter Menschen, sie spiegeln das Leben und den Tod, die Vergangenheit und manches Objekt erhält durch meinen Kauf eine neue Zukunft.

Ein Schuhkarton mit alten Fotos, Anzeigen und Einladungen kann eine ganze Reihe Musenküsse enthalten. Puzzelteile einer Familiengeschichte, die auf Ersatz für die fehlenden Bilder, die nicht überlieferten Worte warten.

Und jetzt warten 13 außergewöhnliche Flohmarktfrauen darauf, dass sie ihre Biografien erhalten. Optisch sind sie bereits von CRans in perfekten Collagen wiedergeboren worden. Ihre Leben lesenswert zu machen, ist mein Ziel.

Schreiben, löschen, ergänzen, abliegen lassen - ich glaube, ich brauche einen Flohmarkt ...

03.10.2011

Geniale Werbung ...

Eigenes Cover gefällig? 
Ein exzellentes Beispiel für Werbung, die zum Selbstläufer wird.
Ganz abgesehen davon, dass man sie auch für Eigenwerbung  einsetzen kann.

Dieses Buch "for Dummies" gibt es (noch) nicht - Sistlau schon. ;)

02.10.2011

Easy-to-Read = Leichte Sprache (allgemein)

Easy-to-Read (EU-Logo)
download  
Leichte Sprache ermöglicht Leichtes Lesen und Leichtes Verstehen.

Leichte Sprache brauchen VIELE.
Leichte Sprache verstehen ALLE.

Leichte Sprache benötigen u. a. Leseanfänger, Personen mit eingeschränktem Wortschatz, fehlender Schulbildung, Lernschwierigkeiten oder Beeinträchtigungen, die es verhindern, konzentriert lesen zu können.

Leichte Sprache muss man anpassen.
Leichte Sprache ist nicht einfacher.
Leichte Sprache macht Inhalte verständlicher.
Leichte Sprache macht Texte länger.

Vor dem Abfassen oder Übersetzen eines Textes in Easy-to-Read muss man daher die Bedürfnisse der Zielgruppe genau kennen und berücksichtigen. TestleserInnen können hilfreich sein.
Die Vermittlung des Inhalts ist am wichtigsten. Häufige Wortwiederholungen, Dativ statt Genetiv (schmerzt nur die TexterInnen) sind in Easy-to-Read-Texten daher ebenso möglich, wie unvermeidbare "Wort-Ungetüme" durch Bindestriche lesbarer zu machen.

Bringen Sie Ihre Information direkt auf den Punkt:

 1. Alltagssprache
 2. keine Fremdwörter
 3. keine Abkürzungen
 4. kurze Wörter (oder mit Bindestrichen koppeln)
 5. kurze Sätze (Nebensätze vermeiden)
 6. eine Information pro Satz
 7. konkrete (keine abstrakte) Information
 8. direkte und respektvolle Ansprache (nur Elche duzen Erwachsene!)
 9. postiv und aktiv (kein negativ und passiv)
10. Indikativ verwenden (kein Konjunktiv)
11. Zahlen vermeiden (viele, wenige) oder Ziffern (1, 2, 3 ...) verwenden

Siehe dazu auch Easy-to-Read = Leichte Sprache (Layout)

29.09.2011

Gruppen-WC

An der Tür der Toilette im Pfarrhaus ...
Mal ganz abgesehen von den vielen anderen Fehlern ...

Ihr?
Wirklich "IHR"?
Ist das eine Anweisung für den WC-Besuch in Gruppen?
Ist das die "übergestrige" Höflichkeitsform?
Ist das römisch-katholisches Kirchendeutsch?

Vielleicht ist das auch so gemeint:
Der Herr verlässt das WC so, wie Ihr es vorfinden möchtet. Sauberkeit beginnt beim Herrn selbst.

Wer den Gedankenfaden bisher verfolgt hat, dem ist selbiger noch nicht gerissen. Gerne dürfen jene den Faden weiterspinnen und sich z. B. bezüglich "Herrn" über auf-/niedergeklappte Toilettenbrillen und Stehpinkler ihre ureigensten Gedanken machen.

28.09.2011

Schreiben ≠ Lesen

Schreiben ist nicht allen Menschen gegeben - Lesen jeder Schreibe auch nicht: Keilschrift, Hieroglyphen, Ärztegekrakel und Botenklaue ...

21.09.2011

Da ist der Holzwurm drin!

Mahlzeit ...
Ofenpizza statt Tiefkühlpizza?
Ofenpizza für Holz?
Holzpizza?
Oder vielleicht doch: Holz vorm Ofen, Pizza!

19.09.2011

Steigerungsfähig? Begrenzt ...

sterblich - mehr geht nicht
Adjektive können über den Komperativ bis zum Superlativ gesteigert werden. Theoretisch ganz einfach, praktisch ein einziger begrabener Hund.

Manche Adjektive sind regelmäßig, andere unregelmäßig, manche nur mäßig und wieder andere gar nicht zu steigern. Mal abgesehen davon, ist in der Werbung sowieso alles anders.

Hier ein regelmäßig zu steigerndes Adjektiv: fleißig, fleißiger, am fleißigsten.

Und nun ein Unregelmäßiges: gerne, lieber, am liebsten.

Mäßig wird es z. B. bei diesem: hinterer, hintersten (eine gedanklich naheliegende Steigerung unterbleibt aus allen korrekten Gründen).

Wenn es um Absolute geht, müsste man es überhaupt lassen. Tot, töter, am tötesten hat höchstens Komödienpotenzial. Außerdem ist am rundesten oder am blauesten ebenso unmöglich, wenn es sich nicht grade um persönliche Befindlichkeiten handelt.

Was man werbungsmäßig - zumindest in Österreich -, nicht aus dem Kopf bekommt, ist eine Steigerung der besonderen Art: gut, besser, Gösser. Da kann man nur noch Prost sagen!

18.09.2011

Korrektorat: billiger als ohne


Pünktchen: glänzend statt schwarz
Gutes Korrektorat hätte das verhindert.

Nun hängt sie dort, die teure Tafel mit der gebürsteten Oberfläche. Kahl glänzend die Stelle, an der sich dereinst die schwarzen Pünktchen befunden haben, die das "A" zum "Ä" machten. Verschämt weggekratzt, was ein "e" zur rechten Zeit am rechten Ort verhindert hätte.

Unübersehbar, dass diese mit dem eckigen i-Punkt immer einen hervorstechenden optischen Krieg gefochten hätten. Nur fast vorbei daher auch die typografische Schlacht, von der noch zwei leere Spiegelaugen künden.

17.09.2011

Stolperstein: Straßenname

 A-1070 Wien (7. Wiener Gemeindebezirk)
Überraschend genug, dass es Leute gibt, die ihre eigene Adresse nicht richtig schreiben können. Bedauerlicher, dass auch jene straucheln, die für private und staatliche Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen die Textverantwortung übernehmen. Am schlimmsten ist, dass auch in behördlichen Schriftstücken Straßenbezeichnungen oft falsch geschrieben werden. Damit ist der Fehler amtlich und es bleibt bei Kurzegasse statt Kurze Gasse. Dabei ist es so einfach.

Das ersten Wort wird immer großgeschrieben: Am Graben, Neuer Markt. Alle anderen Wörter ebenso, wenn es sich nicht um einen Artikel handelt: An der Goldenen Stiege.

Kaiserstraße und Bahnzeile sind zusammengesetzte Straßennamen, daher werden sie auch zusammengeschrieben. Übrigens ist die Wiener Kaiserstraße (ab 1760 Kaiserweg, benannt nach Josef II. [1741-1790]) keine Rotlichtmeile wie in Frankfurt. Wer sich für die historischen Hintergründe der Wiener Straßennamen interessiert, dem sei das Historische Straßenlexikon empfohlen.

Straßennamen, die auf "- er" enden, werden getrennt geschrieben, wenn sie von Orten oder Ländern abgeleitet werden: Triester Straße (Fernhandelsverbindung von Wien Richtung Süden, Teil der Bundesstraße 17). Die berühmte Wiener Kärntner Straße ist doppelbödig. Es handelt sich einerseits um die Ortsbezeichnung "Kärnten" und andererseits um den ehemaligen "Karner" (Beinhaus) beim Stephansdom. Hier wurde ähnlich Klingendes miteinander verschmolzen und einem Bedeutungswandel unterzogen. Nur ganz nebenbei: Der berühmteste Karner Österreichs steht in Hallstatt.
In der Schweiz ist es mal wieder wesentlich einfacher, es wird zusammengeschrieben: Winterthurerstrasse statt Winterthurer Straße.

Nicht durch den geografischen Begriff irritieren lassen, Mexikoplatz (im 2. Wiener Gemeindebezirk, hat als einziges Land gegen den Anschluss Österreichs 1938 protestiert) ist nicht abgeleitet (dann wäre es der holprige Mexikoer Platz) und ist somit korrekt.
Nicht durch das "-er" irritieren lassen, Schopenhauerstraße ist korrekt, da der Familienname auf "-er" endet und es sich nicht um eine Ableitung handelt.

Mehrteilige Straßenbezeichnungen werden gekoppelt, wenn sie nach Personen benannt sind: Franz-Klein-Gasse, Josef-Meinrad-Platz, Margarete-Schütte-Lihotzky-Park.

Mein persönlicher Korrekturrekord liegt bei drei falschen Schreibweisen einer einzigen Straße auf der Kontaktseite eines Webauftritts.

16.09.2011

Was ist nahren?

"Kirchenklo" von Pisa (I)
Kommunikationsprobleme ohne Ende hat jene Gemeinschaft, denen von Gott der  Chef  - zurzeit ein Deutscher - gegeben wird. Jedenfalls leistet sich dieses Traditionsunternehmen weder Texter noch Übersetzer, wenn es um das Kommunizieren von Formalia beim Finalisieren von Grundbedürfnissen geht. Dabei würden die - durch das non olet Prinzip reichlich fließenden - Einnahmen der Bedürfnisanstalt unweit des schiefen Turms von Pisa für eine himmlische Texter- und Übersetzer-Heerschar reichen. Aber die Beschnittmarken des Grafikers wurden ja auch ignoriert.

15.09.2011

Großer Brauner, kleiner Schwarzer un/politisch korrekt

1010 Wien ©Sistlau 2007
Meinl-Mohr 1862 (1., Kohlmarkt)  
Wien und seine Kaffeehäuser: Nicht nur literarische Schauplätze für Mord, Totschlag, Kabale, Liebe, sondern auch Lebensraum für Literaten.

Die besondere Beziehung der Wiener zum Kaffee und den Kaffeehäusern hat Tradition. Der Beute aus dem türkischen Heerlager wurden die berühmten Kipferln - ein Spottsymbol auf den besiegten türkischen Halbmond - zur Seite gestellt. Nur am Rande: Die Kipferln werden in Deutschland Hörnchen genannt, während die Hörnchen hierzulande eine Nudelsorte sind. Deutsch ist eben nicht gleich Österreichisch. Aber zurück zum Kaffee: Kaffeebohnen für den Eigenbedarf zu rösten, ist eine Kunst, die 1862 der Kaffeeröster Julius Meinl den Haushalten im großen Stil abgenommen hat. Der kleine Mohr ist seither dem modischen Wandel unterworfenes Traditionszeichen der Firma.

Tradition wird groß geschrieben. Sie beginnt beim schönbrunnergelben Lack, der das Gestrige touristenwürdig übertüncht. Wenn der kaiserliche Lack abblättert, kann es durchaus braun vorblitzen, aber wenn es um den großen Braunen, den kleinen Schwarzen oder den Meinl-Mohr geht, hat es nichts mit Politik oder Rassismus zu tun. Es geht um Kaffee und insbesondere um dessen vielfältige Zubereitung.

Der kleine oder große Schwarze bzw. Mokka wird wie ein Espresso mit Dampfdruck zubereitet. Serviert wird er als einfache (klein) oder doppelte (groß) Portion ohne Milch.

Mit dem Braunen ist es genauso, nur wird dieser mit Kaffeeobers (flüssige Sahne) serviert, die sich in einem Kännchen befindet. Selbst verwandelt der Gast mit dem Obers seinen Mokka in einen Braunen oder eine Schale Gold.

Die Melange ist mit Abstand die beliebteste "Tasse Kaffee" in Wien. Ein verlängerter - mit etwas mehr Wasser zubereiteter - Mokka (Verlängerter) wird mit heißer Milch bis knapp unter den Tassenrand aufgefüllt. Den krönenden Abschluss bildet ein aufgeschäumtes Milchhäubchen.

Mit diesen unverwechselbaren Wiener Gepflogenheiten müssen sich Autoren/Übersetzer vertraut machen. Der schaurigste Mord im Wiener Kaffeehaus wird durch das Bestellen eines Kännchen Kaffees oder eine Tasse Kaffee seinen typischen Wiener Touch gegen deutschlandweite Beliebigkeit tauschen.

14.09.2011

Qual der Vahl

Wer die Vahl hat ...
Betreut werden die Wahlbüros von überaus "wichtigen" Parteimitgliedern und freiwilligen HelferInnen aus der Staatsdienerschaft. Da sitzen sie dann aufgereiht und blättern angestrengt in Vählerlisten. Sie kontrollieren die Ausweise aller Vahlwilligen und schreien sich gegenseitig den Namen zu. Ausweise geben sie dann vahllos VählerInnen retour, die am schnellsten das Vahlkabuff wieder verlassen.

Bald haben wir wieder Vahlkampf, Vahl und einen Vahlsprengel.

Auch Tafeltexte sind ein Hund

Dreckfuhler zum F(l)ü(r)chten ... 
Komm zu mich ich lern dich Deitsch bekommt hier eine völlig neue Dimension des Grauens.

Wenn man Flüchtligswerk laut ausspricht, dann klingt es nach einem Fall für den HNO.

13.09.2011

Vornamen für Produkte sind ...


NEIN!!! 
Vornamen für Produkte sollen eine schnelle Identifikationsbasis für KundInnen bieten. Obwohl es eine bessere Idee als die Zahlenfolge 101.306.28 ist, ist ein Vorname m. E. kontraproduktiv. So mancher Name ist negativ belastet, ohne gleich der Name eines Verbrechers und/oder Politikers jüngeren Datums - Caesar und Napoleon haben ihre Salonfähigkeit wieder erreicht - zu sein. Es gibt unzählige und jeden andere negativ belastete Vornamen: der unfähige Chef, die intrigante Kollegin, die Bürokleptomanin, die menschlichen Räucheraale etc.

Bei mir hat es diese Identifikationsbasis nie gegeben. Vielleicht, weil mir gleich der erste Produktname, der mir bewusst wurde, sauer aufgestoßen ist.

Als Grundschülerin entdeckte ich in einem Supermarkt Reis namens Sigrid. Danach fragte ich meine Mutter, warum ausgerechnet ein Reis-Name an mir hängengeblieben ist. Ihre damalige Erklärung muss gut gewesen sein. Als ich das senffarbene Stuhlkissen beim skandinavischen "Kiefern & Krempel" sah, war ich wirklich, wirklich erleichtert. Erleichtert, dass ich mich NICHT mit einem Stuhlkissen identifiziere, auf dem jeder sein "Brötchen" zum Senf platzieren kann.

Euphemismus - Sterben

Zentralfriedhof Wien ©Sistlau 2010
Wien Zentralfriedhof (1916) 
Die sprachlich schöne, umschreibende Verpackung eines hässlichen, unerwünschten Inhalts nennt man Euphemismus. Euphemismen können Synonyme oder Metaphern sein.

Rund um das Sterben sind die Euphemismen besonders vielfältig. Das Thema ist heikel, wie die ganze Bandbreite von tröstlich, höflich bis distanziert und respektlos belegt. Zugleich spiegeln die Beschönigungen den gesellschaftlichen Kontext wieder.

Eine "kleine" Auswahl
abtreten
auf der Strecke bleiben
Aufbruch zu neuen Weidegründen
Augen geschlossen
aus dem Leben gerissen
aus unserer Mitte genommen
das Lebenslicht ist verlöscht
das Leid hinter sich lassen
das letzte Vaterunser beten
das Zeitliche segnen
den Arsch zukneifen
den Kampf verlieren
den Weg alles Irdischen gehen
der Erde wiederbegeben
der letzte Kampf ist gekämpft
die Bühne des Lebens verlassen
die Erde verlassen
die irdische Hülle abstreifen
die Radieschen von unten wachsen sehen
dran glauben
entseelt
Erlösung finden
ewige Nacht
ewige Ruhe
Frieden finden
heimgegangen
hinscheiden
hopps gehen
in Abrahams Schoß eingehen
in bessere Gefilde übergehen
in den Himmel aufgestiegen
in die Ewigkeit abberufen werden
in die ewigen Jagdgründe eingehen
in Frieden ruhen
ins Gras beißen
irdische Mühsal hinter sich lassen
koppheister gehen
Lebenslicht ausgeblasen
letzte Ruhe finden
letzter Vorhang ist gefallen
Löffel abgeben
sanft entschlafen
von allen Übeln erlöst
von uns gehen
weggehen
zu den Vätern versammeln

12.09.2011

Handleder

Handleder?
Leder aus besten Händen!
Leder aus besten Händen?
Wirklich?
Aus Händen?
Aus besten Händen?
Aus besten Gerberhänden?
Aus besten von Gerbern gegerbten Händen?
Von besten Gerberhänden gegerbte Hände?
Von besten Gerberhänden händisch Gegerbtes?
Von besten Gerberhänden händisch gegerbtes Leder?
Von besten Gerberhänden händisch gegerbtes tierisches Leder?
Echt unheimlich…

11.09.2011

Neulich im Postkasten (2)


Reichlich - reicht nicht
 Hoffentlich ist die Kochkunst besser ...

Austriazismen: Pariser ist kein Kondom


Tomate/Paradeiser ©Sistlau 2011
Paradeiser

Die meisten Deutschsprachigen sind keine Österreicher. Diesen sind Grundkenntisse österreichischer Lebensmittelbezeichnungen dringend empfohlen, sollten sie in Österreich überraschungsfrei essen wollen. Denn Pariser ist eine Wurstsorte und kein Kondom!
Es ist auch empfehlenswert, um nicht herablassend belehrt zu werden, dass a Obi eh ka Baumarkt is, des is an Opfelsoft. Übersteigerte Erwartungshaltungen, können dazu führen, dass man den berühmten kaiserlichen Tafelspitz zu laut als ausgekochtes Suppenfleisch mit matschigen Meerettichbrötchen - was der Leibarzt dereinst für den zahnlosen Uraltkaiser empfahl - bezeichnet. Auch wenn es stimmt, es wird übel aufgenommen, dem verdauungsfördenden Mahl des leidenden Monarchen nicht zu huldigen.

Ashanti - Erdnuss
Ananas - Erdbeeren
Beiried - Roastbeef
Beuschel - Lungenhaschee
Blunze - Blutwurst
Bauner (großer | kleiner) - Mokka | Espresso mit Milch
Eitrige - Käsekrainer (Grillwurst)
deka | dag - Dekagramm (1 dag = 10 g)
Eierschwammerln - Pfifferlinge
Eierspeise - Rühreier
Erdapfel - Kartoffel
Faschiertes - Gehacktes
Fisolen - grüne Bohnen
Fleischlaberl - Bulette, Frikadelle
Germ - Hefe
Geselchtes - Kassler
Gespritzer rot/weiß - Weinschorle
Golatsche - Quark gefülltes Blätterteiggebäck
Grammeln - Grieben
Gröstel - Angebratenes (meist Karoffel, Zwiebel, Speck)
Herrenpilz - Steinpilz
Hörnchen - kleine, gebogene Röhrennudeln
Karfiol - Blumenkohl
Kipferl - Hörnchen
Kletze - Dörrbirne
Kletzenbrot - Früchtebrot
Kochsalat - Römersalat, Lattich
Kohl - Weißkohl, kann auch Wirsing gemeint sein
Knödel - Kloß, meist Semmelknödel
Kranawitt - Wacholder
Krapfen - Berliner, Kreppel
Kren - Meerrettich
Kriecherl - Mirabelle
Kukuruz - Mais
Kutteln - Pansen
Leberkäse - Fleischkäse
Löffelkäse - Frischkäse, Hüttenkäse
Marille - Aprikose
Maroni - Esskastanie
Melange - Kaffee mit aufgeschäumter Milch
Mokka - Espresso
Nockerln - Suppeneinlage aus Gries, Süßspeise
Obers - Sahne, Rahm
Palatschinke - dünner Pfannkuchen (gefüllt)
Paradeiser - Tomaten
Powidel - Pflaumenmus
Ribisel - Johannisbeeren
Rote Rübe - Rote Beete
Sauerrahm - saure Sahne
Scherzerl - Brotanschnitt, Knust, Knerzchen
Schupfnudeln - kurze, dicke Kartoffelteignudeln
Schwammerln - Pilze
Semmel - (Weizen-)Brötchen
Sprossenkohl - Rosenkohl
Staubzucker - Puderzucker
Stelze - Eisbein
Sterz - Mehl-Schmalzgemisch, Polenta
Sturm - Federweißer, junger Wein
Tafelspitz - Fleischteilstück | Gericht: ausgekochtes Suppenfleisch mit Semmel-/Apfelkren
Topfen - Quark
Umurke - Gurke
Verhackertes - Brotaufstrich aus Speck und Schmalz
Vogerlsalat - Feldsalat, Rapunzel
Weckerl - längliches (Mehrkorn-)Brötchen
Weichsel - Sauerkirsche
Zuckerl - Bonbon