13.09.2011

Euphemismus - Sterben

Zentralfriedhof Wien ©Sistlau 2010
Wien Zentralfriedhof (1916) 
Die sprachlich schöne, umschreibende Verpackung eines hässlichen, unerwünschten Inhalts nennt man Euphemismus. Euphemismen können Synonyme oder Metaphern sein.

Rund um das Sterben sind die Euphemismen besonders vielfältig. Das Thema ist heikel, wie die ganze Bandbreite von tröstlich, höflich bis distanziert und respektlos belegt. Zugleich spiegeln die Beschönigungen den gesellschaftlichen Kontext wieder.

Eine "kleine" Auswahl
abtreten
auf der Strecke bleiben
Aufbruch zu neuen Weidegründen
Augen geschlossen
aus dem Leben gerissen
aus unserer Mitte genommen
das Lebenslicht ist verlöscht
das Leid hinter sich lassen
das letzte Vaterunser beten
das Zeitliche segnen
den Arsch zukneifen
den Kampf verlieren
den Weg alles Irdischen gehen
der Erde wiederbegeben
der letzte Kampf ist gekämpft
die Bühne des Lebens verlassen
die Erde verlassen
die irdische Hülle abstreifen
die Radieschen von unten wachsen sehen
dran glauben
entseelt
Erlösung finden
ewige Nacht
ewige Ruhe
Frieden finden
heimgegangen
hinscheiden
hopps gehen
in Abrahams Schoß eingehen
in bessere Gefilde übergehen
in den Himmel aufgestiegen
in die Ewigkeit abberufen werden
in die ewigen Jagdgründe eingehen
in Frieden ruhen
ins Gras beißen
irdische Mühsal hinter sich lassen
koppheister gehen
Lebenslicht ausgeblasen
letzte Ruhe finden
letzter Vorhang ist gefallen
Löffel abgeben
sanft entschlafen
von allen Übeln erlöst
von uns gehen
weggehen
zu den Vätern versammeln

1 Kommentar:

  1. Sollte es je üblich werden, dass man auch "zu den Müttern geht", dann glaub ich haben es die lebenden Frauen wieder ein bisschen mehr geschafft. ;)

    AntwortenLöschen