28.11.2012

Die Krux mit der Krippe

Religiöse Volkskunst


Krippen sind Kuriositätenkabinette. Es passten bereits die Evangelisten ihre Botschaft dem unbedarften Zielpublikum an. Denn es geht bei Religiösem nicht um die wahre Wirklichkeit der Botschaft, sondern um die wirkliche Wahrheit.
© RoStroh http://sistlau.at/blog
Krippe, Minoritenkirche (Wien)

Daher zeigen Krippen in erster Linie die alpine bäuerliche Gesellschaft. Die hinlänglich bekannte Handlung der Weihnachtsgeschichte wird in deren vertrauten Ambiente - je nach Bildungsstand mehr oder weniger korrekt ausgestattet - dargestellt. Die Hauptakteure sind aufgrund ihrer stets gleichen Handlungen, Haltungen, Vergesellschaftungen und ihren kirchlich festgelegten Attributen (u. a. Wallegewänder in bestimmten Farbkombinationen) sofort erkennbar.

Grüße aus Absurdistan 


Es lohnt sich genau hinzusehen, denn es sind unglaublich viele "Fehlbesetzungen" - abgesehen von Alpenszenarion - zu entdecken.
Zu den besten gehören nicht Menschen sondern Tiere.

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Wie es der Truthahn 1492 Jahre vor Kolumbus von Amerika bis nach Betlehem geschafft hat, soll hier nicht hinterfragt werden. Allerdings ist die Frage nach Schweinen in einem jüdischen Haushalt wohl durchaus berechtigt.

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Hiermit bekenne ich mich des Krippen-Spotting schuldig. Dennoch: Ein Krippen-Spotter ist aber nicht unbedingt ein Krippen-Spötter.


Kommentare:

  1. Die Schweine find ich Krippenbauer-technisch logisch, denn ganz viele Menschen sind bis heute irritiert, dass Maria, die Mutter dieses Jesus aus Nazareth sicher nicht Maria gerufen wurde, sondern Myrjam. Weil wieso kann die Mutter von Jesus denn eine Jüdin sein, das geht mal gar nicht ;) in die Köpfe vieler rein.

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  2. Krippen sind christliche Indoktrination auf unterstem Bildungsniveau. Deswegen haben sie ja so einen hohen Unterhaltungswert.

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