Kunst, Kitsch und die Altersfrage
Wieder habe ich auf dem Flohmarkt ein Schlafzimmerbild gekauft. Eines der Elfenbilder von Hans Zatzka - man beachte die beiden zart beflügelten Figuren links und rechts im Hintergrund.
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| Schlafzimmerbild (Hans Zatzka) |
Das Originalbild ist natürlich datierbar. Das Alter eines Öldrucks, der in Massen an die kleinbürgerlichen Haushalte verkauft wurde, zu bestimmen, ist bedeutend schwerer. Mit einem wunderschönen Jugendstilrahmen, wie bei diesem Exemplar, lässt sich jedenfalls das genaue Jahr nicht näher eingrenzen.
Es ist nicht das erste Bild, das ich besitze, aber erst das zweite Bild, das ich genauer datieren kann.
Detektivarbeit und Details
Es sind oft andere, winzige Details, die ein Objekt bzw. das Verkaufsdatum/Rahmung genauer festlegen lassen. Von der Rückseite dieses Schlafzimmerbildes war das Bild und Tapete schützende Packpapier abgerissen. Darunter war die Rückseite des Bildes mit einem Werbeetikett (ca. 5 cm) beklebt.
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| Wiener Glaserei und Rahmenatelier |
Wienbibliothek und Lehmann online
Lehmanns' Allgemeiner Wohnungsanzeiger (1859-1942), der über die Seiten der Wienbibliothek online abrufbar ist, erweist sich in solchen Fällen als äußerst hilfreich.Im Branchenverzeichnis des jährlich in mehreren Bänden aufgegliederten Verzeichnisses ist die Glaserei (!) unter den Rahmenfabriken zu finden. Den entscheidenden Hinweis lieferte aber nicht der Name, sondern die Telefonnummer.
Ein Telefon war bei Nerbers bereits um die Jahrhundertwende vorhanden. Bis 1921/22 musste man jedoch das Fräulein vom Amt anrufen, um zur Firma durchgestellt zu werden. Nicht so bei der Telefonnummer, die auf dem Etikett steht. Sie war direkt anwählbar. Das Schlafzimmerbild wurde also 1923/24 gerahmt. Nach 1924 ist die Glaserei und Rahmenfirma, die bereits im 19. Jh. existiert hatte, aus dem Branchenverzeichnis des Lehmann verschwunden.
© S. Strohschneider-Laue





